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1. DIE ALLIANZ DER GROßMÄCHTE1.1 Kurzer Einblick in die politische und militärische Lage vor dem Ersten Pariser FriedenKrieg oder Frieden, beides konnte Napoleon haben. Obwohl
die feindlichen Armeen bereits den Rhein erreicht hatten und auch schon im
Süden Frankreichs standen, waren seine Gegner, maßgeblich beeinflusst
vom österreichischen Außenminister Klemens Wenzel Fürst von
Metternich, während der Verhandlungen von Chatillon noch bereit Frieden mit
Napoleon zu schließen.
Dem Heer von 120.000 Mann, das Napoleon zwischen November 1813 und Januar
1814 aufstellte und teilweise aus Kindern und alten Männern bestand, standen
rund das dreifache an alliierten Soldaten gegenüber.[1]
Napoleons Gegner waren trotz anfänglicher Unstimmigkeiten noch gewillt,
ein bonarpartistisches Frankreich in seinen alten Grenzen zu akzeptieren, da
sie der Meinung waren, dies sei noch mit dem Gleichgewicht in Europa zu vereinbaren.[2]
Um zu einem schnelleren Friedensschluss zu kommen, ließ Großbritannien
durch seinen Außenminister, Lord Viscount Castlereagh, verkünden,
es sei bereit Kolonialgebiete an Frankreich zurückzugeben.
Doch
auch noch nach seinem Rückzug bis kurz vor Paris missverstand Napoleon die
Situation und stellte übertriebene Forderungen an seine Gegner, bis diese
schließlich nicht mehr gewillt waren, Frieden mit ihm zu schließen.
Unter seinen Feinden erhärtete sich der Eindruck, dass von einem Frieden
mit ihm eine größere Gefahr des Wiederaufflammens eines Krieges zu
späterer Zeit ausginge, als von seiner Liquidation vom Thron. Auch
Metternich vertrat nicht mehr den Standpunkt, eine Absetzung Napoleons sei
gefährlicher für das Gleichgewicht in Europa als dessen verbleiben auf
dem Thron
Frankreichs.[3]
1.2 Das Bündnis von ChaumontAm 1. März 1814 kamen die Außenminister der
gemeinsam gegen Frankreich kämpfenden, auf Grund ihrer militärischen,
wirtschaftlichen und anderen Ressourcen als Großmächte bezeichneten
Länder zusammen, um ein offizielles Bündnis zur Fortführung des
Krieges gegen Napoleon zu
schließen.[4] Dieser
Quadrupelallianz schlossen sich England, Preußen, Österreich und
Russland an. Im Vertrag von Chaumont, der zwanzig Jahre lang gültig sein
sollte, garantierten die Signatarmächte ihre gegenseitige
militärische Hilfeleistung für die Dauer des Konfliktes sowie die
Aufstellung von je 150.000 Soldaten. Großbritannien verpflichtete sich,
Subsidien in Höhe von maximal fünf Millionen Pfund Sterling zu zahlen.
Außerdem garantierten die Mächte in diesem Bündnisvertrag,
keinen Separatfrieden mit Napoleon einzugehen, was die Einheit und
Entschlossenheit der Unterzeichner dokumentiert. Das geschlagene Frankreich
sollte nach dem Willen der Allianz in den Vorkriegsgrenzen von 1792 weiter
existieren dürfen. Die Ausführungen in Artikel 16 des Vertragswerks,
worin sich die Alliierten verpflichteten jeden Angriff auf das Friedensprogramm
und die Neuordnung nach der französischen Niederlage abzuwehren, gab dem
Bündnis bis zur Niederlage Frankreichs einen offensiven, danach einen
defensiven Charakter. Für eventuelle Konflikte mit Frankreich in der
Zukunft sollte jedes Mitglied des Bündnisses ein Heer von 60.000 Mann
unterhalten.[5] Diese Tatsache und
jene, dass der Vertrag eine 20-jährige Gültigkeit hatte, macht das
Mißtrauen der Allianz gegenüber Frankreich deutlich, da es somit noch
für zwei Jahrzehnte als potentieller Feind gehandelt wurde. Andererseits
kann der Vertrag der Großmächte auch als ein Instrument (zur
Absichtserklärung) der Friedenssicherung für die nächsten Jahre
gedeutet werden; schließlich führen Verbündete keine Kriege
gegeneinander.
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